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Johann Adam Heckel

14. Juli 1812 in Adorf
13. April 1877 in Biebrich

Johann Adam Heckel wurde am 14. Juli 1812 als sechstes Kind des gleichnamigen Vaters in Adorf im Vogtland geboren.

Die Familie Heckel ist eine alte Patrizier-Familie aus Eger, deren Geschichte bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Im 15. Jahrhundert siedelte der Stamm in Adorf im sächsischen Vogtland.

Schon in jungen Jahren erlernte Johann Adam in Adorf das Instrumenten­macher­handwerk. Nach seiner Gesellenprüfung begab er sich auf Wanderschaft. Sein Weg führte ihn 1829 nach Mainz zu der Instrumentenmacher-Werkstatt des Musikverlags Schott, für die sein Onkel August Jehring zu dieser Zeit arbeitete.

Bei Schott kam Johann Adam Heckel mit Carl Almenräder in Kontakt, der dort nach seinen eigenen Ideen Fagotte bauen ließ. Carl Almenräder war von Beginn an begeistert von Johann Adams handwerklichen Fähigkeiten und dessen Verständnis für Akustik und schon bald gründete er mit dem damals gerade einmal 18 Jahre alten Johann Adam eine eigene Firma. So entstand am 11. März 1831 die J. A. Heckel und Carl Almenräder Fagott-Fabrik.

1837 heiratete Johann Adam seine zukünftige Frau, Lisette Heckel, mit der er in den Biebricher Stadtteil Mosbach zog und dort mit dem Bau einer neuen Werkstatt begann. Gemeinsam mit Lisette bekam Johann Adam im Laufe seines Lebens 11 Kinder. Von diesen erreichten jedoch nur vier Mädchen, Lina, Elisabeth, Emilie und Auguste, und ein Junge, Wilhelm, das Erwachsenenalter.

Lisette Heckel
Johann Adam Heckel

Nach­dem Carl Al­men­rä­der 1838 aus der ge­mein­sa­men Fir­ma aus­schied, blieb Jo­hann A­dam als al­lei­ni­ger Fir­men­in­ha­ber zu­rück. Die zu­vor un­ter dem Na­men Al­men­rä­der-Fa­got­te ver­kauf­ten In­stru­men­te wur­den von nun an als He­ckel-Fa­got­te pro­du­ziert und welt­weit ver­mark­tet. 1845 er­warb Jo­hann A­dam He­ckel schließ­lich ein Grund­stück an der heu­ti­gen Stet­ti­ner Stra­ße in Biebrich, wo sich noch bis zum heu­ti­gen Ta­ge der Sitz der Fir­ma He­ckel be­fin­det. Noch in dem­sel­ben Jahr wur­de er zum her­zog­lich-nas­sau­isch­en Hof-In­stru­men­ten­ma­cher er­nannt.

Johann Adam Heckel unternahm unzählige Geschäftsreisen ins Ausland. So reiste er 1845 nach St. Petersburg, um seine Instrumente den dort lebenden, einflussreichen Größen der Musikwelt vorzustellen. Dies war der Beginn einer Vielzahl von Fagottbestellungen aus dem russischen Zarenreich.

1851 unternahm er eine weitere Reise, diesmal zur ersten Londoner Weltausstellung, der Great Exhibition, wo Johann Adam wichtige Geschäftskontakte knüpfte und sein erstes Diplom erhielt. Nur ein Jahr später folgte die Teilnahme an der Ausstellung der Académie Nationale de Musique in Paris, wo er mit einem weiteren Diplom ausgezeichnet wurde.

1862 traf Johann Adam Heckel erstmals auf den Komponisten Richard Wagner. Wagner befand sich zu dieser Zeit in Biebrich, um an seiner Oper Die Meistersinger zu arbeiten. Vor allem die Nähe zu seinem damaligen Verleger Schott in Mainz war ein Grund für ihn, sich in Biebrich niederzulassen. Diese Gelegenheit nutzte Johann Adam, um Richard Wagner seine Instrumente vorzustellen. Das war der Beginn einer engen Verbindung zwischen der Familie Heckel und Wagner.

Am 13. April 1877 verstarb Johann Adam Heckel nach einem erfüllten Leben in Biebrich. Nach seinem Tod Johann Adams übernahm sein Sohn Wilhelm die Leitung der Firma Heckel.

August Jehring

27. Januar 1798 in Adorf
26. Februar 1887 in Mainz

Carl Friedrich August Jehring kam am 27. Januar 1798 als erstes Kind des Vaters Johann Nikolaus und seiner Mutter Christiana Friedericke Jehring geb. Heckel in Adorf zur Welt. Sein Großvater, Johannes Jehring, gilt laut Kirchenregister als erster Musikinstrumentenmacher in der gesamten Umgebung.

August Jehring erlernte sein Handwerk in seiner Heimat Adorf. 1822 zog er nach Mainz, wo er für den Musikverlag Schott arbeitete und eine eigene Werkstatt besaß. Dort war er unter anderem Lehrmeister für seinen Neffen Johann Adam Heckel.

Am 26. Februar 1887 verstarb August Jehring in Mainz.

Carl Almenräder

3. Oktober 1786 in Ronsdorf
14. September 1843 in Biebrich

Carl Almenräder ist am 3. Oktober 1786 in Ronsdorf als Sohn eines Lehrers zur Welt gekommen. Im Alter von 13 Jahren hat der musikalisch begabte Carl ein vom Wurm zerfressenes Fagott geschenkt bekommen und brachte sich daraufhin autodidaktisch das Spielen dieses Instruments bei. Schon bald konnte er die Fagottstimme, später auch die Solostimme, bei Konzerten seines Vaters übernehmen.

1810 wurde Carl Almenräder Lehrer für Fagott in Köln und beschäftigte sich schon damals mit Verbesserungen an diesem Instrument. Zwei Jahre später engagierte ihn das Frankfurter Theaterorchester. Nach der Teilnahme am Frankreichfeldzug wurde er 1816 als Militärmusiker nach Mainz versetzt und erhielt ein Jahr später eine Stelle beim Mainzer Stadttheater sowie die oberste Leitung der Blasinstrumenten-Officin des Mainzer Musikverlags Schott.

Nachdem Carl Almenräder 1820 wieder nach Köln zog, musste dieser feststellen, dass es dort wenige Instrumente gab, die seinen Ansprüchen genügten. Daher eröffnete er eine eigene Werkstatt, um hochwertige Flöten und Klarinetten zu bauen. 1822 verließ er Köln erneut, um die Stelle des ersten Fagottisten in der Hofkapelle des Herzogs von Nassau anzunehmen.

Abermals übernahm er die Leitung der Fagottfabrikation bei Schott in Mainz, wo er nach seinen eigenen Ideen und Vorstellungen Fagotte bauen ließ.

Bei Schott traf Carl Almenräder das erste Mal auf Johann Adam Heckel, von dessen handwerklichem Potential und dessen akustischem Verständnis er begeistert war. So kam es 1831 zu der Gründung der gemeinsamen Firma J. A. Heckel und Carl Almenräder Fagott-Fabrik. 1838 schied Carl Almenräder aus der gemeinsamen Firma aus.

Er verstarb 14. September 1843 in Biebrich.

Lisette Heckel

geb. Steinhauer

16. Juli 1815 in Biebrich
18. Dezember 1872 in Biebrich

Lisette Heckel wurde am 16. Juli 1815 im Biebricher Stadtteil Mosbach geboren. Im Dezember 1837 heiratete sie Johann Adam Heckel, mit dem sie im Biebricher Stadtteil Mosbach lebte.

Gemeinsam mit Johann Adam hatte sie 11 Kinder, von denen jedoch nur vier Mädchen und ein Junge das Erwachsenenalter erreichten. Am 8. März 1840 wurde die erste gemeinsame Tochter Lina Heckel geboren. Darauf folgten im September 1848 Tochter Elisabeth und fünf Jahre später Tochter Emilie. Im Januar 1856 kam ihr einzig überlebender Sohn Wilhelm und zwei Jahre später Tochter Auguste zur Welt.

Am 18. Dezember 1872 verstarb Lisette Heckel in ihrer Heimat Biebrich.

Lina Heckel

8. März 1840
Unbekannt

Elisabeth Caroline (genannt Lina) Dorothea Heckel wurde am 8. März 1840 als Tochter von Johann Adam Heckel und Lisette Heckel geboren. Sie zog schon früh nach Dresden, von wo aus sie sich um die Geschäfte der Firma Heckel im sächsichen Raum kümmerte. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Cousin, dem Sohn des Blechblasinstrumentenmachers Alvin Heckel. Lina Heckel war verheiratet mit dem bekannten Dresdner Porträtmaler W. Casper Georg Wimmer, mit dem sie drei Kinder hatte.

Elisabeth Heckel

19. September 1849 in Biebrich
7. Dezember 1925 in Biebrich

Elisabeth Margarethe Katherine Heckel wurde am 19. September 1849 als zweite überlebende Tochter von Johann Adam Heckel und Lisette Heckel in Biebrich geboren. Sie war verheiratet mit dem Hofschlossermeister Fritz Baumart, mit dem sie fünf Kinder hatte.

Am 7. Dezember 1925 verstarb Elisabeth in Biebrich.

Emilie Heckel

27. März 1853 in Biebrich
Unbekannt

Susanne Elisabeth Emilie Heckel wurde am 27. März 1853 als Tochter von Johann Adam Heckel und Lisette Heckel geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in Wiesbaden und wirkte in der Firma Heckel mit, indem sie die für die Produktion der Instrumente benötigten Polster anfertigte. Emilie hatte einen Sohn.

Wilhelm Heckel

25. Januar 1856 in Biebrich
13. Januar 1909 in Biebrich

Ludwig Wilhelm Georg Otto Heckel wurde am 25. Januar 1856 als einzig überlebender Sohn von Johann Adam Heckel und Lisette Heckel in Biebrich geboren. Somit war es seine Aufgabe, das Handwerk zu erlernen, um die Firma des Vaters später übernehmen zu können.

Nach Beendigung seiner Lehrzeit führte es Wilhelm nach Dresden, wo er bei seiner Schwester Lina wohnte und sich bei seinem dort lebenden Onkel Kenntnisse zum Blechblasinstrumentenbau aneignete. 1875 schickte ihn sein Vater im Alter von 19 Jahren nach Brüssel, wo er bei einem bekannten Klarinettenbauer arbeitete. In dem gleichen Jahr zog er auch nach Hannover, um bei dem berühmten Instrumentenmacher Meyer, die Geheimnisse des Flötenbaus zu erlernen.

Nachdem Johann Adam Heckel 1877 starb, kam es zu einem Erbstreit zwischen seinem Sohn Wilhelm Heckel und dessen Schwager Fritz Baumart. Es folgte eine öffentliche Versteigerung des Firmengrundstücks, das von Wilhelm Heckel erworben werden konnte. So übernahm dieser im Alter von nur 21 Jahren die Firmenleitung und führte diese unter dem Namen Wilhelm Heckel Biebrich fort. Ab diesem Zeitpunkt begann Wilhelm Heckel erstmals mit der Nummerierung der Instrumente, die von Heckel produziert wurden.

Im Oktober 1878 heiratete Wilhelm Emma Heckel, die Tochter einer wohlhabenden Wiesbadener Hugenotten-Familie. Am 16. Juli 1879 kam ihr erster gemeinsamer Sohn, Wilhelm Hermann Heckel, zur Welt.

Im Oktober 1879 wurde Wilhelm Heckel auf Veranlassung des Wiener Hofkapellmeisters Wilhelm Jahn nach Bayreuth berufen. Dort traf er sich mit Richard Wagner, der begeistert war von dem herrlichen Klang des neuen Heckel-Fagotts. Zudem nutzte Wilhelm Heckel diese Gelegenheit, um Wagner nach einer Vielzahl von bedeutenden Veränderungen am Instrument erstmals das Kontrafagott vorzustellen.

Richard Wagner fehlte nun noch ein letztes unter den Instrumenten mit Doppelrohrblatt. Er sehnte sich nach einem Instrument, das eine Oktave tiefer als die Oboe klang und gleichzeitig über den weichen und mächtigen Klang des Alpenhorns verfügte. Daraufhin begann Wilhelm Heckel mit der Entwicklung des Heckelphons, welches jedoch erst 1904 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Am 4. Oktober 1880 wurde der zweite gemeinsame Sohn, August Heckel, geboren.

1881 wurde Wilhelm Heckel zum königlich preußischen Hof-Instrumentenmacher ernannt. Er zeichnete sich maßgeblich durch seine Innovationen und Erfindungen im Bereich der Musikinstrumente aus. So entwickelte Wilhelm zahlreiche neue Flöten-, Oboen-, Englischhorn-, Klarinetten-, Fagott- und Kontrafagott-Modelle.

Die erste Tochter, Elsa Heckel, wurde im August 1890 geboren.

Am 1. April 1899 trat Wilhelm Heckel dem Infanterieregiment Vogel von Falkenstein als einjähriger Freiwilliger bei und wurde vier Jahre später zum königlich-preußischen Leutnant der Reserve ernannt.

Wilhelm Heckel pflegte stets gute Beziehungen zu den bedeutenden Musikern und Komponisten seiner Zeit. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Komponisten Richard Strauss führte um 1900 zu der Entwicklung einiger neuer Heckel-Instrumente.

Auch im fernen Ausland wuchs immer mehr das Interesse an den Instrumenten aus Biebrich und der erste Großauftrag aus Japan ging bei Heckel ein. Bei der Bestellung handelte es sich keineswegs nur um Holzblasinstrumente. Wilhelm Heckel hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auch mit der Produktion von Blechblasinstrumenten begonnen, die in Japan großen Anklang fanden.

Im September 1904 unternahm Wilhelm seine letzte, große Promotion-Tour. Anlass für diese Tour war die erstmalige Veröffentlichung des Heckelphons. Die Einführung dieses Instruments, dessen Entwicklung auf eine Inspiration Richard Wagners zurückging, durfte dieser leider nicht mehr miterleben.

Wilhelm Heckel verstarb am 13. Januar 1909 in seiner Heimat Biebrich.

Auguste Heckel

31. August 1858 in Biebrich
14. Februar 1919 in Biebrich

Auguste Elisabeth Heckel wurde am 31. August 1858 als Tochter von Johann Adam Heckel und Lisette Heckel in Biebrich geboren. Sie arbeitete tatkräftig im Büro und der Werkstatt der Firma Heckel mit und leitete diese zeitweise, während der Krankheit ihres Vaters. Auguste war verheiratet mit dem Wiesbadener Zimmermann Fritz Müller, mit dem sie fünf Kinder hatte. Auguste Heckel ist am 14. Februar 1919 gestorben.

Emma Heckel

geb. du Fais

5. April 1859 in Schierstein
11. November 1921 in Biebrich

Emma Heckel ist am 5. April 1859 in Schierstein geboren. Sie stammt aus einer wohlhabenden Hugenotten-Familie aus Wiesbaden. Im Oktober 1871 heiratete sie Wilhelm Heckel, mit dem sie drei Kinder hatte. 1879 wurde ihr erster gemeinsamer Sohn Wilhelm Hermann Heckel geboren, gefolgt von ihrem zweiten Sohn August im Oktober 1880. Tochter Elsa kam 1890 zur Welt.

Am 11. November 1921 ist Emma Heckel in Biebrich verstorben.

Wilhelm Hermann Heckel

16. Juli 1879 in Biebrich
12. Januar 1952 in Biebrich

Wilhelm Hermann Heckel wurde am 16. Juli 1879 als Sohn von Wilhelm Heckel und Emma Heckel in Biebrich geboren. Er war das erste Kind seiner Eltern, sein Bruder August Heckel und seine Schwester Elsa folgten später. 1894 trat er in die Firma Heckel ein. Vier Jahre später unternahm er seine erste Reise nach England und Frankreich, wo er Einblicke in verschiedene Instrumentenmacher-Werkstätten erhielt.

1905 heiratete Wilhelm Hermann Auguste Heckel, die er in einem Biebricher Mädchen-Pensionat kennenlernte. Nur ein Jahr später, am 13. Mai 1906, kam ihre erste gemeinsame Tochter Elsa zur Welt. Das Jahr 1906 war für Wilhelm Hermann und die gesamte Heckel-Familie allgemein sehr ereignisreich. So wurde neben der Geburt der kleinen Elsa vor allem auch das 75-jährige Bestehen des Unternehmens gefeiert, das in der Taunusbrauerei in Biebrich stattfand und von einem großen Musikprogramm begleitet wurde.

Nach dem Tod seines Vaters übernahm Wilhelm Hermann Heckel zusammen mit seinem Bruder August 1909 die Leitung der Firma Heckel. Noch im selben Jahr erhielten beide das Prädikat zum königlich preußischen Hof-Instrumentenfabrikanten. Zwei Jahre später, 1911, wurde unter der Leitung der beiden Brüder das Fagott mit der Nummer #5000 gefertigt.

Nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 wurde Wilhelm Hermann aufgrund einer Fußverletzung, die er sich zuvor bei einer Militärübung zugezogen hatte, beim Militär als untauglich ausgemustert. Als er die Nachricht von dem Tod seines Bruders August erhielt, der im Krieg gefallen war, begann für ihn eine schwere Zeit. Wilhelm Hermann engagierte sich in einer freiwilligen Sanitätskolonne, die Kriegsverletzte in umliegende Lazarette brachte und hatte daher kaum Zeit für die Firma.

Ohne Vater und ohne Bruder musste Wilhelm Hermann das Geschäft nun allein weiterführen und den Markt zurückerobern. So kaufte Wilhelm Hermann nach dem Tod Augusts dessen Firmenanteile, die seine Mutter inzwischen geerbt hatte, von dieser zurück. Nach Kriegsende begann langsam der Wiederaufbau der Werkstatt und alte Mitarbeiter, von denen jedoch viele im Krieg gefallen waren, kamen zur Firma zurück. Dennoch erfolgte die Produktion nur sehr stockend, da von Lieferanten zu dieser Zeit keine Materialien zu beziehen waren.

Wie sein Groß­va­ter Jo­hann A­dam He­ckel, war auch Wil­helm Her­mann He­ckel sehr an Aus­stel­lun­gen und Ge­wer­be­schau­en in­te­res­siert. So­mit war es für ihn selbst­ver­ständ­lich, sei­ne He­ckel-In­stru­men­te bei der gro­ßen Hand­werk- und Ge­wer­be­schau, die 1926 nur we­ni­ge Me­ter von der Fir­ma ent­fernt im Bieb­rich­er Schloss statt­fand, zu prä­sen­tie­ren. Im da­rauf­fol­gen­den Jahr wur­de Wil­helm Her­mann He­ckel mit der für da­mal­ige Mu­sik­in­stru­men­ten­ma­cher höchs­ten Aus­zeich­nung ge­ehrt. Bei der in­ter­na­ti­o­na­len Aus­stel­lung Mu­sik im Le­ben der Völ­ker, die 1927 in Frank­furt am Main statt­fand, wur­de ihm die Gol­de­ne Staats-Me­dail­le ver­lie­hen.

Wilhelm Hermann Heckel strebte trotz schwierigster Umstände während der beiden Weltkriege stets danach, das Heckel-Fagott weiter zu perfektionieren. In dem 1899 von Wilhelm Heckel verfassten und 1931 zum 100-jährigen Jubiläum von Wilhelm Hermann Heckel ergänzten Buch Der Fagott schrieb dieser:

Es gelang mir, all diese praktischen und technischen Fragen zu lösen und MEINEM HECKEL-FAGOTT das Höchste zu geben, was einem Künstler-Instrument beschieden sein kann, und das ist die glücklichste Zusammensetzung der Obertöne. Meinem Instrument verlieh ich somit edelste Klangfarbe, ich ließ seine Töne singen, und daher SCHUF ICH LEBEN!

– Wilhelm Hermann Heckel in „Der Fagott“, 1931

Am 12. Januar 1952 verstarb Wilhelm Hermann Heckel in Biebrich.

August Heckel

4. Oktober 1880 in Biebrich
19. September 1914 in Cernay, Frankreich

August Heckel wurde am 4. Oktober 1880 als Sohn von Wilhelm Heckel und Emma Heckel in Biebrich geboren. Er war der jüngere Bruder Wilhelm Hermann Heckels und der ältere Bruder Elsa Heckels. August trat 1885 in die Firma Heckel ein.

1898 unternahm er, wie zuvor sein älterer Bruder, eine Reise nach England und Frankreich, wo er Einblicke in verschiedene Instrumentenmacherwerkstätten erhielt und bei diesen mitarbeitete.

Um 1900 erfolgte die Trennung von seiner damaligen Verlobten und Geliebten, Frieda Böttger, der er bis zu seinem Tod nachtrauerte. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 wurde August sofort zum Militär einberufen. Mit einer Vorahnung, dass er nie wieder nach Hause zurückkehren wird, zog er in den Krieg.

Kurz nach seiner Einberufung ist August Heckel am 19. September 1914 in Frankreich gefallen. Noch heute liegen seine Gebeine nahe der Stadt Cernay im Nordosten Frankreichs.

Grab August Heckels in Cernay, Frankreich
Grab August Heckels in Cernay, Frankreich

Elsa Heckel

4. August 1890 in Biebrich
Unbekannt

Elsa Heckel wurde am 4. August 1890 jüngstes Kind von Wilhelm Heckel und Emma Heckel in Biebrich geboren. Sie ist die einzige Tochter ihrer Eltern, die noch zwei weitere Kinder haben, Wilhelm Hermann und August Heckel. Während des ersten Weltkrieges arbeitete Elsa Heckel als Rotkreuz-Helferin in einem Lazarett.

Zum Jahreswechsel 1918/1919 verlobte sie sich mit dem Bankangestellten Karl Hartmann, den sie 1919 heiratete. Kurz darauf zogen sie zusammen nach Berlin und Magdeburg, später nach München.

Auguste Heckel

geb. Born

16. Dezember 1884 in Erbenheim
1977 in Biebrich

Auguste Heckel wurde am 16. Dezember 1884 als Tochter eines erbenheimer Landwirts geboren. Sie lebte in einem Biebricher Mädchen-Pensionat, wo junge Frauen auf ihre späteren Pflichten in Haushalt und Familie vorbereitet wurden. Dort lernte sie später Wilhelm Hermann Heckel kennen, den sie 1905 heiratete. Am 13. Mai 1906 kam ihre gemeinsame Tochter Elsa zur Welt.

1977 verstarb Auguste Heckel.

Elsa Groffy

geb. Heckel

13. Mai 1906 in Biebrich
März 1970 in Biebrich

Elsa Groffy wurde am 13. Mai 1906 als Tochter von Wilhelm Hermann Heckel und Auguste Heckel in Biebrich geboren. 1924 verlobte sie sich mit Diplom Ingenieur Franz Groffy, der noch in demselben Jahr der Firma Heckel beitrat und den sie am 12. März 1925 heiratete.

Am 15. März 1926 kam ihre erste gemeinsame Tochter Gisela zur Welt. Am 12. November 1937 folgte die Geburt ihrer zweiten Tochter Edith.

Elsa Groffy wirkte tatkräftig in der Firma mit, indem sie sich um die Buchhaltung und die Kundenbetreuung kümmerte. Gleichzeitig war sie auch stets für die Familie da und half, wo immer sie konnte. So gab sie der Familie insbesondere während der zwei Weltkriege großen Halt.

Im März 1970 verstarb Elsa Groffy plötzlich in Biebrich.

Franz Groffy

3. März 1896 in Boppard
13. Oktober 1972 in Biebrich

Franz Groffy wurde am 3. März 1896 als Sohn eines Rektors in Boppard geboren. 1912 schloss er das Gymnasium mit der mittleren Reife ab. Nachdem er seinen Zivildienst absolvierte, begann er ein Praktikum als Landschaftsgärtner. Zu Beginn des ersten Weltkrieges wurde Franz Groffy zum Militärdienst eingezogen. Nach dem Krieg lernte er in einer Maschinenfabrik in Mainz, wechselte dann jedoch an die Technische Hochschule Darmstadt, um Hochbau zu studieren, was ihm mehr zusagte.

Anfang der 1920er Jahre lernte Franz Groffy Elsa Groffy kennen, mit der er sich 1924 verlobte. In dem gleichen Jahr noch entschied sich Franz, der Firma Heckel beizutreten. Am 12. März 1925 folgte dann die Hochzeit mit Elsa. Im März 1926 kam ihre erste gemeinsame Tochter Gisela und im November 1937 ihre zweite gemeinsame Tochter Edith zur Welt.

Franz Groffy hatte viele Talente. Er war ein begeisterter Maler und sehr kreativ, sodass er viele sinnvolle Mechaniken entwickelte, die 1931 zum 100-jährigen Jubiläum der Firma Heckel in einem Katalog veröffentlicht wurden.

Nachdem Wilhelm Hermann Heckel im Januar 1952 verstarb, war nun Franz Groffy für die Werkstattleitung verantwortlich.

Er verstarb am 13. Oktober 1972 in Biebrich.

Gisela Gebhard

geb. Groffy

25. März 1926 in Biebrich
13. Dezember 1990 in Biebrich

Gisela Gebhard wurde am 25. März 1926 als Tochter von Elsa Groffy und Franz Groffy in Biebrich geboren. Sie kam 11 Jahre vor ihrer jüngeren Schwester Edith zur Welt.

1947 heiratete sie den Einzelhandelskaufmann Adolf Gebhard, den Sohn eines Sangesbruders ihres Großvaters Wilhelm Hermann Heckel. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer kaufmännischen Lehre in der Firma Heckel arbeitete Gisela seit 1950 im Büro der Firma mit. Sie wurde 1966 als Kommanditist in die Firma aufgenommen.

Im Dezember 1990 verstarb Gisela Gebhard plötzlich unerwartet.

Edith Reiter

geb. Groffy

12. November 1937 in Wiesbaden

E­dith Rei­ter wur­de am 12. No­vem­ber 1937 als Toch­ter von El­sa Grof­fy und Franz Grof­fy ge­bo­ren. Nach dem Be­such des Gym­na­si­ums und dem Er­werb der mitt­le­ren Rei­fe trat E­dith am 1. Sep­tem­ber 1953 als Lehr­ling in die Fir­ma He­ckel ein und be­gann ih­re Aus­bil­dung zur Holz­blas­in­stru­men­ten­ma­che­rin. Nach er­folg­rei­chem Ab­schluss der Aus­bil­dung er­hielt sie am 31. März 1956 von der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer Wies­ba­den ih­ren Fach­ar­bei­ter­brief. Ge­ra­de am An­fang war es für E­dith nicht ein­fach, in ei­nem pa­tri­ar­cha­lisch­en Be­trieb An­er­ken­nung zu fin­den, ins­be­son­de­re, wenn sie Maß­nah­men zur Mo­der­ni­sie­rung al­ter Ar­beits­tech­ni­ken er­grei­fen woll­te.

Während dem Bau eines neuen Wohnhauses neben dem Firmengebäude im Jahr 1954 lernte sie ihren zukünftigen Mann Karlheinz Reiter kennen, den sie im Februar 1960 heiratete. Fünf Jahre später, am 26. Dezember 1965, kam dann die gemeinsame Tochter Angelika zur Welt. Ein Jahr später, 1966, wurde Edith zusammen mit ihrer Schwester Gisela als Kommanditist in der Firma Heckel aufgenommen, wo sie die Werkstattleitung und die Ausbildung der Lehrlinge verantwortlich war. Am 15. Dezember 1971 kam schließlich das zweite gemeinsame Kind Ralf zur Welt.

1997 begab sich Edith Reiter in Ruhestand und unterstützt die Firma seitdem nur noch temporär.

Karlheinz Reiter

6. Juni 1929 in Wiesbaden
28. Juli 2000 in Walluf

Karlheinz Reiter wurde am 6. Juni 1929 in Wiesbaden geboren.

1954 lernte er Edith Reiter in Biebrich kennen, wo er den Bau eines neues Wohnhauses neben dem Firmengebäude leitete. 1960 erfolgte die gemeinsame Hochzeit von Edith und Karlheinz in Wiesbaden. Am 26. Dezember 1965 wurde dann ihre erste gemeinsame Tochter Angelika geboren, gefolgt von Ralf, der am 15. Dezember 1971 zur Welt kam.

Am 28. Juli 2000 ist Karlheinz Reiter in Walluf verstorben.

Adolf Gebhard

2. Oktober 1919 in Biebrich
11. März 2012 in Erbach im Rheingau

Adolf Gebhard wurde am 2. Oktober 1919 in Biebrich geboren. Er war der Sohn eines Sangesbruders Wilhelm Hermann Heckels.

1947 heiratete Adolf Gebhard Gisela Groffy. Er übernahm 1954 die Büroleitung der Firma Heckel und wurde 1966 als Komplementär aufgenommen. 1995 zog er sich aus der Firma zurück und stand dieser lediglich noch beratend zur Seite.

Am 11. März 2012 ist Adolf Gebhard verstorben.

Angelika Lucchetta

geb. Reiter

26. Dezember 1965 in Wiesbaden

Angelika Lucchetta wurde am 26. Dezember 1965 als Tochter von Edith Reiter und Karlheinz Reiter in Wiesbaden geboren.

Nach einer Lehre zur Steuerfachangestellten absolvierte sie 1991 ein Studium der Betriebs­wirt­schaftslehre.

1992 ging Angelika Lucchetta die Ehe mit Moris Lucchetta ein. Am 26. März 1992 wurde ihr gemeinsamer Sohn Maxim geboren.

Schon während des Studiums arbeitete Angelika im elterlichen Unternehmen mit und übernahm im Februar 1995 zusammen mit ihrem Bruder Ralf Reiter die Firmenleitung. Während sich Angelika vor allem um die Büroleitung und die Kundenbetreuung kümmert, ist ihr Bruder für die Leitung der Werkstatt verantwortlich.

Unter der Leitung von Angelika und Ralf kam es zu gravierenden Veränderungen im Familienbetrieb. Es wurde nicht nur die Mitarbeiterstruktur gestrafft und qualitativ optimiert, sondern vor allem auch die Qualität der Produkte maßgeblich verbessert. Somit gewann insbesondere auch die Präsenz im Ausland und das ausgezeichnete Renommee des gesamten Unternehmens an Bedeutung.

Ralf Reiter

15. Dezember 1971 in Wiesbaden

Ralf Reiter ist am 15. Dezember 1971 als Sohn von Edith Reiter und Karlheinz Reiter in Wiesbaden zur Welt gekommen.

1988 begann Ralf in der Firma Heckel seine Ausbildung zum Holzblasinstrumentenmacher und wurde 1995 Prokurist. Nachdem sich seine Mutter Edith immer mehr aus dem aktiven Geschäftsleben der Firma zurückgezogen hat, übernahm er zusammen mit seiner Schwester Angelika noch in demselben Jahr die Unternehmensleitung. Während sein Hauptbereich in der Leitung der Werkstatt besteht, kümmert sich Angelika vor allem um die Büroleitung und die Kundenbetreuung.

Am 7. Mai 2004 hat Ralf Reiter erfolgreich die Meisterprüfung im Holzblasinstrumenten­macher­hand­werk abgelegt.

Ein besonderes Ereignis für Ralf und seine Schwester Angelika war der politische Besuch des damaligen Bundespräsidenten und des Hessischen Ministerpräsidenten im Herbst 2008.

Maxim Lucchetta

26. März 1992 in Wiesbaden

Maxim Lucchetta wurde am 26. März als Sohn von Angelika Lucchetta und Moris Lucchetta in Wiesbaden geboren.

Schon als kleiner Junge ist Maxim in den Schulferien stets mit seiner Mutter in die Firma mitgekommen und hat mit zunehmendem Alter auch vermehrt in der Werkstatt und im Büro mitgearbeitet.

Nachdem er 2011 sein Abitur absolvierte, begann er kurz darauf mit seinem Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule Fresenius in Idstein. Nach dem Erwerb seines Bachelors zog er 2015 nach Berlin und absolvierte dort sein Masterstudium im Fach Entrepreneurship. Hier konnte er erste Einblicke in das Führen junger, international operierender Unternehmen gewinnen.

Seit Juni 2018 arbeitet Maxim als Mitglied der Geschäftsleitung in der Firma Heckel.